| Zeit | Wolken | tief/mit/hoch | Wind 10 m | Böen | 250 hPa | Seeing | Feuchte | AOD | PM10/2,5 | T − Taupkt. | Mondhöhe | Deep-Sky |
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Deep-Sky-Score = Wolkenfaktor × Himmelsgüte. Die Bewölkung wirkt für Astrofotografie bewusst streng überproportional, denn lange Belichtungsreihen brauchen durchgehend freie Sicht: Schon rund 20 % Bewölkung kosten über die Hälfte der Punkte (Faktor ≈ 0,46), ab etwa 40 % ist kaum noch Brauchbares zu erwarten (≈ 0,17), und 100 % ergeben immer 0 – egal wie ruhig die Luft ist. Die Himmelsgüte setzt sich zusammen aus 50 % Seeing, 30 % Transparenz (Luftfeuchte, Sichtweite, Aerosol) und 20 % Böen (Stabilität von Montierung und Nachführung). Steht der Mond über dem Horizont, wird der Score je nach Beleuchtungsgrad und Mondhöhe abgewertet – Mondlicht hellt den Himmel auf und schluckt schwache Nebel und Galaxien.
Wettermodell wählbar: Der Schalter oben rechts bestimmt, worauf alle Werte und Scores beruhen. ICON nutzt allein das Modell des Deutschen Wetterdienstes – es rechnet über Mitteleuropa auf feinerem Gitter und trifft lokale Bewölkung oft besser. GFS nutzt allein das Globalmodell der US-amerikanischen NOAA – gröber aufgelöst, aber unabhängig gerechnet und als Gegenprobe wertvoll; es führt zudem als einziges die Sichtweite. Ø beide mittelt beide Läufe stundenweise – ein einfaches Ensemble, das Ausreißer eines einzelnen Modells dämpft und im Schnitt treffsicherer liegt als jeder Lauf für sich. Beide Läufe werden stets geladen, das Umschalten wirkt daher sofort und ohne neuen Abruf. Führt das gewählte Modell eine Größe nicht (die Sichtweite etwa gibt es nur aus GFS), wird ersatzweise das andere Modell herangezogen. Die Modellübereinstimmung zeigt unabhängig von der Auswahl, wie weit ICON und GFS bei der Bewölkung im Nachtfenster auseinanderliegen: unter 10 % Abweichung ist die Lage eindeutig, über 25 % ist die Wetterlage schlecht vorhersagbar und der Score mit Vorsicht zu genießen – dann lohnt kurz vor der Session ein zweiter Blick. Weichen die Modelle stark ab, lohnt es sich, beide Einzelmodelle durchzuschalten und die Spanne als Best- und Worst-Case zu lesen.
Aerosol & Saharastaub: Die aerosol-optische Dicke (AOD bei 550 nm, CAMS-Modell) misst die Lichtauslöschung durch die gesamte Luftsäule und ist der beste Indikator für die Transparenz – sie erfasst auch abgehobene Saharastaub-Schichten in mehreren Kilometern Höhe, die am Boden unauffällig bleiben, aber Sterne dämpfen und den Himmelshintergrund milchig aufhellen. Faustregel: AOD < 0,1 sehr transparent, 0,1–0,3 normal, > 0,5 deutliches Staub- oder Dunstereignis. Hohe AOD-Werte deckeln den Transparenz-Anteil des Scores; der Bodenwert „Saharastaub“ (µg/m³ in 10 m) dient als Zusatzhinweis. Feinstaub (PM10/PM2,5) wirkt als bodennaher Dunst und geht als mildere zweite Deckelung ein – die Einstufung orientiert sich an den EU-Luftqualitätsstufen. Alles sind Modellwerte – Timing und Stärke realer Staubfronten können abweichen.
Seeing wird aus zwei Ebenen kombiniert: dem Höhenwind in 250 hPa (55 %, Jetstream-Näherung) und dem Bodenwind in 10 m (45 %). Ein starker Jetstream (> 30–40 m/s) verschmiert feine Details in großer Höhe; kräftiger Bodenwind erzeugt Turbulenz in der Grenzschicht direkt über dem Beobachtungsplatz und lässt Sterne selbst bei ruhiger Höhenströmung tanzen. Bestes Seeing herrscht meist bei schwachem, laminarem Bodenwind (1–3 m/s) – völlige Windstille kann dagegen Dunst und lokale Wärmeblasen stehen lassen.
Mond- & Planeten-Score nutzt dieselben Faktoren ohne Mondabzug und mit linearer Wolkenwirkung: Für visuelle Beobachtung genügen Wolkenlücken – wenn das Objekt gerade frei steht, ist die Beobachtung möglich, während eine Belichtungsreihe dieselbe Lücke kaum nutzen kann. Helle Objekte vertragen aufgehellten Himmel, reagieren aber am empfindlichsten auf schlechtes Seeing – für Planetendetails ist die Kombination aus Höhen- und Bodenwind das entscheidende Kriterium.
Taubeschlag: Liegt die Temperatur weniger als ~2 °C über dem Taupunkt, beschlagen Optik und Fangspiegel schnell – Taukappe oder Heizband einplanen.
Lichtverschmutzung ist standortfest und hier nicht eingerechnet. Im Ballungsraum (typisch Bortle 7–8) lohnen Mond, Planeten, Doppelsterne und Schmalband-Fotografie; für schwache Deep-Sky-Objekte visuell besser einen dunkleren Standort aufsuchen.
Modelldaten sind Prognosen – kurz vor der Session lohnt immer ein Blick an den echten Himmel.